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2020 sollen die Türme von in St. Marien wieder in ganzer Schönheit erstrahlen

Der Auftakt zur Sanierung der Zwillingstürme von St. Marien zu Lübeck war festlich. Adventsmusik, Gespräche, Fotografien und Informationen unter Mitwirkung von Bürgermeister und neuem Schirmherr des Projekts „Sieben Türme will ich sehen“ Jan Lindenau, Pröpstin Petra Kallies, Marienpastor Robert Pfeifer sowie viele Gäste brachten die Ratskirche zum Leuchten – innen wie außen.


2018 12 02 Auftakt St Marien Kallies„Der Turm von St. Jakobi wurde vor langer Zeit saniert und hält, St. Petri konnten wir dieses Jahr glücklich beenden – dafür ein großes Danke - und nun sind wir gut geübt für die Türme von St. Marien und dann vom Dom“, so Pröpstin Petra Kallies. Bisheriger Schirmherr Lienhard Böhning gab das Staffelholz, einen bunten Regenschirm, an Bürgermeister Jan Lindenau weiter. „Schon in der Vergangenheit haben die Lübecker gezeigt, dass wenn sie etwas wollen, dann schaffen sie das auch“. Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, schilderte in einem kurzen Vortrag die Ergebnisse der Voruntersuchungen, die Schäden und die Sanierung der St.-Marien-Türme.

 

Diese beginnt Im Frühjahr 2019 und 2020 sollen die Türme wieder ohne Gerüst in ihrer ganzen Pracht zu sehen sein. Die Kosten der Sanierung der 125 Meter hohen Türme mit vier Meter dicken Mauern wird rund eine Million Euro kosten. In einer fünfjährigen Beobachtungs- und Untersuchungszeit wurden die Rissbewegungen im Mauerwerk der beiden Türme, die chemischen und statischen Ursachen für die Schäden sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit untersucht und analysiert. Alleine diese Untersuchungen kosteten rund 450.000 Euro. Die Erkenntnisse sind Grundlage für das Sanierungskonzept der Türme.

 

2018 12 02 Auftakt St Marien PfeiferAls Besonderheit werden bei der Sanierung Führungen hoch auf das Gerüst angeboten, damit Interessierte quasi hautnah dabei sein können. Und sie können so den immer wiederkehrenden Riss sehen, der den Experten lange ein Rätsel war, soll durch eine Soll-Riss-Fuge aus Ziegel und Gipsmörtel geschlossen werden und das Mauerwerk vor weiter eindringendem Wasser schützen. Insgesamt haben sich viele kleinere Risse gebildet. Zur Ausbesserung dieser Risse muss das Mauerwerk geöffnet (60 Zentimeter tief) und neu aufgemauert werden. Abschließend wird alles mit einem speziell angefertigten Hochbrandgipsmörtel wieder verfugt. Zusätzlich werden am Mauerwerk 200 Quadratmeter schadhafte Verfugungen ausgebessert.

 

2018 12 02 Auftakt St Marien KreuzerDurch das Eigengewicht des Turmes und der ungenügenden Einbindung zum Ziegelmauerwerk drücken sich 82 Granitquader an einigen Stellen der Turmecken heraus. Sie sollen durch Edelstahlanker befestigt werden. Und es müssen 49 mittelalterlichen Anker entrostet werden. Dazu muss das Mauerwerk entfernt und anschließend wieder neu aufgemauert werden. Für sämtliche Mauerarbeiten werden 19.250 Steine benötigt, davon 30 Formsteine. Außerdem müssen 1500 Quadratmeter der Fassade mit Hand und Bürste gereinigt werden und die Gesimsabdeckung ausgebessert werden, damit kein Regen und somit Feuchtigkeit eindringt.

 

Zukünftig soll kein Tropfen Wasser mehr in das Mauerwerk eindringen, da ansonsten das Mineral Thaumasit entsteht, als Reaktionsprodukt bestimmter fester Stoffe mit Wasser im Mörtel des Mauerwerks bildet. Thaumasit ist volumenmäßig größer als die Summe der Ausgangsstoffe – somit entstehen enorme Druckkräfte, die sich durch Risse entladen.

 

Die Finanzierung der Sanierung soll durch Kirchensteuermittel des Kirchenkreises, Eigenmittel der St.-Marien-Kirchengemeinde und durch weitere Fördermittel von Stiftungen sowie Spenden erfolgen.