Kirchen

Die Innenstadtkirchen sind wichtig für Lübeck!

Unzählige Menschen – Bürger und hoch qualifizierte Handwerker aus nah und fern – haben oft über Jahrhunderte an den fünf großen Kirchen in Lübeck gebaut. Zur Ehre Gottes und als Ausdruck von Bürgersinn entstanden in der Zeit von 1173 (Grundsteinlegung des Doms) bis 1519 (Vollendung von St. Petri als fünfschiffige Hallenkirche) entstanden der Dom und die vier Pfarrkirchen St. Marien, St. Petri, St. Aegidien und St. Jakobi. Ihre Bauzeit fällt somit zugleich in die Blütezeit der Hanse, als die Lübecker Koggen die Ostsee beherrschten und Lübeck die reichste und mächtigste Stadt im Ostseeraum war.

Zu diesem Wohlstand haben alle Bürger der Stadt beigetragen: Die Kaufleute, die Schiffer und die Handwerker sorgten für die materiellen Grundlagen, der Rat, dem die vornehmsten Bürger angehörten, war für den inneren Zusammenhalt des Staatswesen als Grundlage des Gemeinwesen verantwortlich und die Geistlichkeit widmete sich dem geistlichen Fundament der Bürgerschaft.

Noch heute zeugen diese fünf Kirchen von dem, was Lübeck ausmacht: Eine Mischung von Gottvertrauen und Bürgersinn, von Geschäftstüchtigkeit und einem zurückhaltendem Hang zum Besonderen, das sich in Geld nicht messen lässt, aber mit Geld erhalten werden muss – und wird. Die Innenstadtkirchen werden immer wieder verändert, erweitert, saniert – seit über 800 Jahren.

Der Dom

Mit dem Dom begann das kirchliche Leben in Lübeck. 1160 verlegte Heinrich der Löwe den Bischofssitz von Oldenburg nach Lübeck und 1173 erfolgte die Grundsteinlegung des Doms. Über Jahrhunderte war Lübeck Bischofssitz mit einer Strahlkraft, die weit über die Stadt hinaus reichte. Auch nachdem die Bischöfe ihren Sitz nach Eutin verlegt hatten, blieb der Dom als Bischofskirche neben den Pfarrkirchen ein wichtiger geistlicher Mittelpunkt der Stadt. 

 

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Dom9

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St. Marien

Schon früh entstand am Markt St. Marien als Rats- und Hauptpfarrkirche. Mit dem Bau der jetzigen Kirche wurde 1251 begonnen, nachdem ein Stadtbrand die Vorgängerin zerstört hatte. Mit der mächtigen Doppelturmfassade wurde St. Marien in bewusster Konkurrenz zum Dom errichtet und zeugt vom Wohlstand und Selbstbewusstsein der Bürger der Stadt Lübeck.

 

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St Marien2

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St. Petri

St. Petri ist die zweite Marktkirche von Lübeck. Ihre Anfänge reichen in das 13. Jahrhundert zurück, aber ihre heutige Form ist das Ergebnis verschiedener Umbauten in den folgenden Jahrhunderten. Ab 1300 wurde die ursprünglich romanische Kirche in eine gotische dreischiffige Halle umgewandelt. Nach und nach erhielt St. Petri Kapellenanbauten, die 1450 und 1519 in den Kirchenbau integriert wurden, so dass eine fünfschiffige Kirche entstand, die in ihrer Form einmalig ist.

 

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St Petri5

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St. Aegidien

Schon früh entstand St. Aegidien als Filiale des Doms. Doch der ursprüngliche Bau wich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts der heutigen dreischiffigen Hallenkirche, deren Chor um die Mitte des 15. Jahrhunderts fertig gestellt wurde. St. Aegidien liegt im Bezirk der Handwerker und Ackerbürger, ohne deren Arbeit und Fleiß Lübecks Aufstieg zur Königin der Hanse nicht möglich gewesen wäre.

 

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Aegidien aussen hoch 08

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St. Jakobi

Um 1300 wurde die heutige St.-Jakobi-Kirche an Stelle des 1276 durch einen Stadtbrand zerstörten Vorgängerbaus errichtet. Nach einer verhältnismäßig kurzen Bauzeit wurde St. Jakobi 1334 geweiht. 1658 erhielt die Kirche ihren charakteristischen spitzen Turmhelm mit den vier Kugeln am Helmansatz. St. Jakobi liegt am Koberg im ehemaligen Quartier der Schiffer und war damit die Kirche des Berufsstandes, der maßgeblich zum Wohlstand und Ansehen Lübecks beitrug.

 

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St Jakobi3

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