Die Verantwortlichen der Sanierung von St. Marien stehen nebeneinander vor der Marienkirche.

V. li.: Andreas Tech, verantwortlicher Bauingenieur der Kirchenbauabteilung, Marienpastor Robert Pfeifer, Architektin Christine Johannsen und Christian Rosehr, Vorsitzender des Kirchengemeinderates der Kirchengemeinde als Bauherrenvertreter freuen sich über den Beginn der Sanierung der Zwillingstürme von St. Marien.

Sanierung der Türme von St. Marien hat begonnen

Seit sieben Jahren verdecken Gerüste die Türme von St. Marien. Sie schützen Passanten vor eventuell herunterfallenden Mörtel- oder Gesteinsbrocken. Jetzt beginnen die Sanierungsarbeiten an den Türmen.

Die vier Meter dicken Mauern sind beschädigt: „Bei früheren Sanierungen wurde hier Mörtel eingebracht, von dem wir heute wissen, dass er sich nicht mit dem Gipsmörtel des mittelalterlichen Mauerwerks verträgt“, sagt Architektin Christine Johannsen. „Zusammen mit Feuchtigkeit kommt es zu Reaktionen, und das Gefüge geht auf wie ein Hefekuchen. Durch die Volumenvergrößerung wurde das Mauerwerk gesprengt.“ Dadurch sind im oberen Teil der Türme Daumen dicke und bis zu 70 Zentimeter tiefe Risse entstanden. Zudem wurden einige der Eckquader nach außen gedrückt.

Nach umfangreichen Gutachten beginnen nun Maurer der Kirchenbauhütte, die Türme zu sanieren. Dafür verankern sie die Eckquader mit langen Gewindestangen und mauern die beschädigten Fassadenteile mit Gipskalkmörtel, in Anlehnung zum Urmörtel, über die ganze Tiefe der Risse neu auf. Dabei bilden sie eine Soll-Rissfuge aus, die eventuell später entstehende Risse auffangen kann. Verantwortlich für die Planungen ist die auf Kirchensanierungen spezialisierte Architektin Christine Johannsen.

Die Erhaltung der Kirche sei eine Aufgabe für jede Generation „Alle 50 Jahre muss man da ran, auch ohne solche Schäden“, sagt Marienpastor Robert Pfeifer. So gab es 1947-1959 und 2006 Sanierungen. „Dass alle gemeinsam daran arbeiten, ist ja auch der Charme einer solchen Kirche“, sagt Pfeifer.

Den Startschuss für die insgesamt 1,5 Millionen Euro teure Sanierung gab nun die Bewilligung eines großzügigen Beitrags aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Weitere Geldgeber sind u.a. die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, die Friedrich Bluhme und Else Jebsen- Stiftung, die Possehlstiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie Spenden aus der „7 Türme“-Aktion. Die Arbeiten haben vor Kurzem begonnen. Geplant ist eine Fertigstellung bis zum Sommer 2021.

„Ich als Pastor dieser Gemeinde freue mich, dass wir mit vereinten Kräften die Finanzierung gesichert haben, damit die Arbeiten beginnen können“, sagt Robert Pfeifer. „Nach nun sieben Jahren werden die schönen Türme dann wieder ohne Gerüst zu sehen sein.“

Risse im Mauerwerk sind zu sehen

Schäden am Mauerwerk

Robert Pfeifer und Andreas Tech stehen auf dem St.-Marien-Gerüst, um die Schäden zu begutachten.

Robert Pfeifer und Andreas Tech auf dem Gerüst, um die Schäden zu begutachten

Ein Riss im Mauerwerk von St. Marien ist in der Mitte des Bildes zu sehen, er geht von oben nach unten

Tief gehen die Risse im Mauerwerk der Türme