Der Turm von St. Petri umgeben mit einem Baugerüst

Der Turm von St. Petri wird eingerüstet

St. Petri zu Lübeck wird eingerüstet

Die Gerüste werden aufgebaut, Meter um Meter wachsen die Metallstreben nach oben. Stockwerk für Stockwerk wird der Turm der Lübecker Petrikirche in diesen Tagen eingerüstet, damit die Sanierungsarbeiten beginnen können.

Einer schaut an diesem Tag besonders sorgfältig zu: Lienhard Böhning ist der neue Schirmherr der Aktion „Sieben Türme sollst Du sehen“. „Für mich ist unser Lübeck mit seiner wunderbaren Silhouette der 7 Türme ein großes Geschenk. Als Schirmherr stehe ich dafür ein, die Menschen in Lübeck zu motivieren, noch engagierter dieses Geschenk in Lübeck zu bewahren. Der berühmte Lübecker Bürgersinn ist gefragt!“, sagt Lienhard Böhning.

Die Backsteinfassade der Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist durch Frost und eintretende Feuchtigkeit erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Risse durchdringen das Mauerwerk an einigen Stellen bis zu drei Mauerwerksteine tief. 2.000 Quadratmeter Fassadenfläche werden daher in den nächsten Jahren durch die Kirchenbauhütte saniert, 75 schmiedeeiserne Anker müssen fachmännisch begutachtet und eventuell ersetzt werden.

“Insgesamt 2,8 Millionen Euro wird allein die Sanierung von St. Petri kosten“, sagt Liane Kreuzer, Leiterin der Kirchenbauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. „Der erste Bauabschnitt, die Außensanierung des Turmschaftes bis Höhe Kirchendach, wird bis November 2015 dauern, es folgt die Sanierung der Nordwestecke und des Portales bis 2016 und dann die Sanierung der Südwestecke bis 2017.“

Wenn nichts dazwischen kommt, steht St. Petri Anfang 2018 wieder ohne Gerüst da. Aber die Bauchefin weiß schon jetzt, dass es danach weitergeht: „Auch der Dom muss saniert werden, und St. Aegidien und St. Marien werden derzeit untersucht. Wir wissen sicher, dass bis 2020 immer eine Innenstadtkirche eingerüstet sein wird.“

Daher ist der Lienhard Böhning auch Schirmherr für alle sieben Türme, nicht nur für St. Petri. „Ich danke Ihnen im Namen des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg, dass Sie dieses Amt übernommen haben“, sagte der stellvertretende Kirchenkreisratsvorsitzende Kai Schröder. „Als ehemaliger stellvertretender Stadtpräsident auf der einen Seite und als ehemaliger Mitarbeiter der evangelischen Kirche andererseits kennen Sie die Materie wie kein zweiter. Ihr soziales Engagement für Lübeck der letzten Jahrzehnte ist vorbildlich. Wir freuen uns, dass Sie uns bei der Erhaltung unserer Innenstadtkirchen unterstützen.“

Bis Ende Juli werden jetzt rund 4000 Quadratmeter Gerüst aufgebaut, bis direkt unter die Aussichtsplattform wird der Turm nicht mehr zu sehen sein. Aber egal, wie es von außen aussieht: Der Betrieb geht weiter. „Der Aussichtsturm bleibt geöffnet, das Café bietet zu den bekannten Zeiten seine Spezialitäten an, und alle Veranstaltungen finden statt“, verspricht Bernd Schwarze, Pastor an St. Petri.

Hintergrund:
Bereits 1.087.520,85 € (Stand 02.07.2014) ist seit dem 1. April 2013 über die Kampagne „Sieben Türme sollst Du sehen“ des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg für  St. Petri gespendet worden. Die Kirche ohne Gemeinde ist in den letzten Jahrzehnten zur Kirche für die Stadt geworden. Kunst, Kultur und Wissenschaft finden in Gottesdiensten, Veranstaltungen und Ausstellungen immer wieder eine offene Tür und Heimat in St. Petri. Die Auffahrt auf den Turm gehört neben Marzipan und Rotspon zum Pflichtprogramm eines jeden Lübeck-Touristen.