Markus Endreß, Karen Meyer-Rebentisch, Jan Drescher, Lienhard Böhning halten mehrere Fotos von den Lübecker Türmen gemeinsam vor sich in den Händen. Im Hintergrund ist der eingerüstete Turm von St. Petri zu sehen.

Markus Endreß, Karen Meyer-Rebentisch, Jan Drescher, Lienhard Böhning engagieren sich für den Erhalt der Sieben-Türme-Lübeck.

Wir wollen helfen, das Erbe zu erhalten“

Schirmherr Lienhard Böhning hatte um Geld gebeten und etwas viel Wertvolleres bekommen: Engagement. Vier Lübecker haben sich zusammengetan und unterstützen die Aktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ mit ihrer Zeit und damit bekanntlich auch mit Geld.

Sie produzieren ehrenamtlich einen attraktiven Fotokalender, der ab September verkauft wird. Der Reinerlös ist für die Sanierung der Innenstadtkirchen bestimmt.

„Lübeck ist meine Wahlheimat und hat mich von Anfang an verzaubert“, sagt die Kulturhistorikerin und Fotografin Karen Meyer-Rebentisch. „Die wunderschöne Silhouette hat da auch eine Rolle gespielt.“ Als sie hörte, dass mehrere Türme der Lübecker Innenstadtkirchen saniert werden müssen und dafür jährlich etwa eine Million Euro benötigt wird, entschloss sie sich spontan zu helfen. „Natürlich hätte ich auch einfach einen Betrag überweisen können“, sagt sie, „aber ich wollte mehr tun.“

Dieses „mehr“ ist eine ganze Fülle hervorragender Fotos, die Marc Viaud-Murat so aufbereitet, dass sie großformatig gedruckt werden können. „Ich liebe die alten Kirchen“, so der gebürtige Franzose, „jeder sollte etwas beitragen, sie zu erhalten. Ich kann finanziell nichts beisteuern, aber ich kann professionell Fotos aufbereiten. Das will ich gern tun.“

Aus den Fotos einen Kalender bauen, das ist die Aufgabe des dritten Ehrenamtlichen im Team. Markus Endreß, Inhaber der Faszinovum Werbeagentur lebt und arbeitet in Lübeck, weil er „die Schönheit der Altstadtinsel mit ihrer einzigartigen Sammlung von Kirchen“ schätzt. „Dass wir als Lübecker heute diese Lebensqualität genießen können, verdanken wir der Generation von Lübeckern, die die Stadt und ihre Kirchen direkt nach dem Krieg wieder aufgebaut hat. Die Aufgabe unserer Generation sehe ich darin, dieses wieder aufgebaute Erbe zu erhalten und zu pflegen.“

Und diese Pflege ist leider teuer: Allein 2,8 Millionen wir die Sanierung von St. Petri kosten, die gerade begonnen hat. „Seit April vergangenen Jahres wurden 1.093.964,87 Euro gespendet, das ist ein großartiges Ergebnis‘“, so Schirmherr Lienhard Böhning. „Ich danke für jeden Euro, und ich danke besonders für diese gute Idee, die nicht nur die Herzen derjenigen erfreuen wird, die diesen schönen Kalender kaufen, sondern hoffentlich auch so machen Euro auf unser Konto bringen wird.“

Den Kontostand fest im Blick hat auch der vierte Ehrenamtliche, der sich für die Türme engagiert. Jan Drescher, Geschäftsführer von Heinr. Hünicke GmbH &Co. KG, verdient normalerweise selbst am Verkauf von Kalendern. Aber auch er fühlt sich verpflichtet, das Erbe der Sieben Türme zu erhalten und an die nächste Generation weiterzugeben. „Auch international ist das Bild von Lübeck nicht nur durch das Holstentor, sondern eben auch durch die Sieben Türme bekannt“, sagt er. „Die Aktion „Sieben Türme sollst Du sehen“ ist wichtig für Lübeck.“

Der Geschäftsmann will die Kalender nicht nur in seinen Räumen verkaufen, sondern im September die Fotos auf einer Ausstellung auch zeigen. Es ist das erste Mal, dass er in seinen Aktivräumen, in denen normalerweise Künstler Maler mit dem Material seiner Firma kreativ sind, eine Fotoausstellung macht. „Die Bilder haben mich einfach überzeugt“, sagt er.

Schirmherr Lienhard Böhning hofft nun, dass der Kalender ab September auch viele Lübecker überzeugt. Zusammen mit Olivia Kempke vom Lübeck-Management will er versuchen, weitere Geschäftsleute zu gewinnen, die den Kalender in ihren Geschäften verkaufen. Und vielleicht auch den ein oder anderen Geschäftsmann ermutigen, das edle Teil als Kundengeschenk in größeren Mengen schon jetzt zu ordern. „Wenn Sie an einer größeren Menge Interesse haben, wenden Sie sich bitte an Olivia Kempke vom Lübeck-Management oder an mich“, wirbt er.