Risse Turm Dom Lübeck - Copyright: Carlos Blohm
Risse Turm Dom Lübeck

Die Sanierung des Doms

Seit Mai 2018 wird die Untersuchungsphase für die mehrjährige Sanierung der Doppelturmanlage des Doms durchgeführt.

Die aktuell festgestellten Schäden, die teils in der Materialität des Gebäudes selbst begründet sind, teils als „Erbe“ der zerstörerischen Wirkung der Bombardierung Lübecks 1942 und teilweise als normale Alterungsprozesse einzustufen sind, bedürfen dringender Sanierungsmaßnahmen.

Das Westwerk mit den beiden 114 Metern in den Himmel ragenden Türmen prägt im Zusammenspiel mit den anderen fünf Türmen der Innenstadtkirchen die Kulturlandschaft der Hansestadt Lübeck und gehört damit auch zum UNESCO-Welterbe.

Beim mittelalterlichen Bauwerk des Doms handelt es sich um ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Er gehört darüber hinaus für die Bewohner Lübecks zu den unverzichtbaren Bauwerken ihrer Heimatstadt.

Die Untersuchungsphase

Sie bildet die Grundlage für die sich anschließende Sanierung der Türme und besteht u.a. aus folgenden Maßnahmen:

  • Detaillierte Untersuchungen und Vermessungen der Bausubstanz und der Risse (Welche Schäden gibt es?)
  • Bauhistorische Untersuchungen (Von wann ist die Bausubstanz und wann wurden an welchen Stellen Sanierungen in der Vergangenheit durchgeführt?)
  • Statische Untersuchungen (Gibt es Bewegungen der Türme?)
  • Erstellung eines Sanierungskonzeptes (Welche Baumaßnahmen sind wann erforderlich und auch wirtschaftlich?)

 

Mit 3D-Scannern können alle Schäden dokumentiert und analysiert werden. Es wird ein farbiges Oberflächenmodell erstellt, das alle Steine und Fugen erkennen lässt. Auch per Gasballon wurden im Inneren des Südturms gearbeitet, um Schäden zu dokumentieren.

Derzeit werden die Vermessungsdaten ausgewertet; Bauhistoriker sowie Mineralogen erfassen und dokumentieren die Schäden am und im Dom auf das Genaueste.

Der Umfang und die geforderte Qualität der einzelnen Punkte werden ausführlich beraten. Erfahrungen, insbesondere aus der Sanierung des Turmes der St. Petri-Kirche sind vonseiten des Architekten, der Bauabteilung des Kirchenkreises und des Baudezernates der Landeskirche darin eingeflossen.

Diese Voruntersuchungen, die vermutlich bis Ende 2020 andauern und mit 400.000 Euro veranschlagt sind, münden dann in ein umfangreiches Sanierungskonzept. Es dient als Grundlage für die folgende Planung der Sanierungsarbeiten zur Instandsetzung der Doppelturmanlage sowie für die Einwerbung der notwendigen finanziellen Mittel.

Die Gesamtsanierung sowie eine Aufteilung der Bauarbeiten zur Sanierung der Dom-Türme in einzelne Bauabschnitte hängen von den Empfehlungen und Planungen der im Sanierungskonzept benannten Maßnahmen sowie von der Finanzierung ab. Aufgrund der großen Schädigungsgrade an den Domtürmen ist ein zeitnaher Beginn der Sanierungsarbeiten dringend geboten.