Die Sanierung der Dom-Zwillingstürme

Die Dom-Türme müssen saniert werden – und um zu wissen wie, wurden sie drei Jahre untersucht. Im April 2021 wurden die Ergebnisse präsentiert. Die Sanierung der Dom-Türme inklusive des Mauerwerks wird rund acht Jahre dauern und 23 Millionen Euro kosten.

Die Schäden sind teils im Material der Kirche selbst begründet, teils als „Erbe“ der zerstörerischen Wirkung der Bombardierung Lübecks 1942 und teilweise als normale Alterungsprozesse einzustufen.

Das Westwerk mit den beiden 114 Metern in den Himmel ragenden Türmen prägt im Zusammenspiel mit den anderen fünf Türmen der Innenstadtkirchen die Kulturlandschaft der Hansestadt Lübeck und gehört damit auch zum UNESCO-Welterbe.

Die Schäden

Das Expertenteam aus Architekten, Bauhistorikern und Ingenieuren listete die Schäden auf, die unter Einsatz der Fotogrammetrie mit Unterstützung einer Drohne, eines Laserscanners, Tachymeters, 3D-Druckers, Kernbohrungen und einer rastermikroskopische Analyse sichtbar wurden. Bereits mit bloßem Auge erkennbar sind große Risse im Mauerwerk über mehrere Stockwerke und Schäden an allen Seiten der beiden Türme und der Giebelseite des Mittelschiffes einschließlich des Gewölbes. Auch fielen Gesteinsstücke ab, sodass einige Bereiche geschützt werden müssen.

 

Fortschreitender Prozess

Der Verfall des Mauerwerks ist ein fortschreitender Prozess, bedingt durch die Abtragung von Material durch natürliche Einflüsse wie Wind und Wetter. Dadurch geht der Ziegelschale die Witterungsbeständigkeit immer weiter verloren. Ursachen sind eindringende Feuchtigkeit, Frostschäden und Ausschwemmen der Fugen- und Mauermörtel. Wenn nichts getan werden würde, droht sogar der Verlust der Standfestigkeit der Türme. Die Experten nahmen auch die Reparaturmaßnahmen vergangener Jahrhunderte unter die Lupe – teils um die Schäden vom Ursprung her zu verstehen, teils um zu lernen und auch um dieses Wissen zu dokumentieren und an nachfolgende Generationen weiter zu geben.

Die Erkenntnisse

Punktuelle Eingriffe werden nicht helfen, es müssen fast alle Außenflächen und zum Teil auch Innenflächen saniert werden, sind sich die Fachleute einig. Sie werden in einer Phase der Methodenfindung einzelne Bereiche differenzieren und für diese Sanierungsbausteine entwickeln. Bei früheren Sanierungen wurde die äußere defekte Schale repariert, ohne sie mit dem Kernmauerwerk zu verankern. So entstand eine „Tapete“ und haftet lediglich durch Reibung an der Hintermauerung.

Die Sanierungsmaßnahmen

Derzeit bereiten sich die Fachleute mit folgenden Fragen auf die Sanierung vor: Wie können die Schalenmauerwerke an das Kernmauerwerk dauerhaft angeschlossen werden? Wie geht man mit temperaturbedingten Längenänderungen des Mauerwerks um? Welche Bereiche sind komplett abgängig aufgrund des vorgefundenen Materials? Welche Bereiche können erhalten werden? Welche Fugen- und Mauermörtel werden verwendet? Die Antworten sollen innerhalb des Probebauabschnittes, für den 474.000 Euro einkalkuliert sind, zur Festlegung der einzelnen Sanierungsmethoden gefunden und fließen in das Sanierungskonzept ein.

Wenn die Finanzierung gesichert ist, beginnt der erste Bauabschnitt im Jahr 2022. Kirchliche Eigenmittel, öffentliche Zuschüsse, Fördermittel von Stiftungen sowie Spenden von Privatpersonen und Unternehmen werden erforderlich sein, um die Sanierungskosten zu decken.

Hier können Sie online spenden.

Kontonummer Sieben Türme-Projekt:

Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg
IBAN: DE98230501010162966600
Bank: Sparkasse zu Lübeck

IBAN: DE41230901420005441188
Bank: Volksbank Lübeck

Verwendungszweck: Spende Sieben Türme
Bitte Name und Anschrift für die Spendenbescheinigung nicht vergessen!

Für die  Sanierung der Dom-Türme wurde ein zusätzliches Konto des Förderkreises der Domgemeinde eingerichtet:

Konto:  bei der Sparkasse zu Lübeck
IBAN:  DE 13 2305 0101 0160 4143 14
BIC: NOLADE21SPL
Bei Überweisungen bitte den Verwendungszweck: „Sanierung der Dom-Türme“ angeben.