Schaden am Mauerwerk - Copyright: Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg
Schaden am Mauerwerk

Die Sanierung von St. Marien

Risse in den Türmen von St. Marien

Seit Sommer 2019 erfolgen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an den Türmen von St. Marien. Am Mauerwerk wurden Rissbildungen, Steinabplatzungen, Lösen von Eckquadern und Feuchtigkeit festgestellt. Mit der Sanierung wird die Bausubstanz für die Türme gesichert.

EINE ZEITREISE; DIE SPUREN HINTERLASSEN HAT

St. Marien hat viel erlebt und erlitten: Den Aufstieg und Fall der Hanse, die Besetzung durch napoleonische Truppen (1806-1813), die beinahe Zerstörung im 2. Weltkrieg (1942), den 12 Jahre währenden Wiederaufbau in der Nachkriegszeit und natürlich über 700 Jahre norddeutsches Wetter. Heute verdanken wir dem über Jahrhunderteandauernden Engagement vieler Generationen, dass St. Marien erhalten geblieben ist. Helfen Sie mit, St. Marien auch für die folgenden Generationen zu bewahren.

Es gibt immer was zu tun

Die 125 Meter hohen Türme mit ihren bis zu vier Meter dicken Mauern, die den Umwelteinflüssen und dem Wetter besonders ausgesetzt sind, müssen erhalten werden. In einer fünfjährigen Beobachtungs- und Untersuchungszeit wurden die Rissbewegung im Mauerwerk der beiden Türme, die chemischen und statischen Ursachen für die Schäden sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit untersucht und analysiert. Die Erkenntnisse sind Grundlage für ein solides Sanierungskonzept für beide Türme.

Insgesamt haben sich viele Risse mit einer Gesamtlänge von 125 Metern gebildet. Zur Ausbesserung muss das Mauerwerk geöffnet (60 Zentimeter tief) und neu aufgemauert werden. Abschließend wird alles mit einem speziell angefertigten Hochbrandgipsmörtel wieder verfugt. Zusätzlich werden am Mauerwerk 200 Quadratmeter schadhafte Verfugungen ausgebessert. Durch das Eigengewicht des Turmes und der ungenügenden Einbindung zum Ziegelmauerwerk drücken sich 82 Granitquader an einigen Stellen der Turmecken heraus. Sie sollen durch Edelstahlanker befestigt werden. Und es müssen 49 mittelalterliche Anker entrostet werden. Dazu muss das Mauerwerk entfernt und anschließend wieder neu aufgemauert werden. Für sämtliche Mauerarbeiten werden 19.250 Steine benötigt, davon 30 Formsteine. Außerdem müssen 1500 Quadratmeter der Fassade mit Hand und Bürste gereinigt werden und die Gesimsabdeckung ausgebessert werden, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann.

 

Das Besondere der Sanierung

Während dieser Zeit werden Führungen hoch auf das Gerüst angeboten, damit Interessierte sich hautnah ein Bild über die Arbeiten machen können. Und sie können den immer wiederkehrenden Riss sehen, der den Experten lange ein Rätsel war. Er wird durch eine elastische Fuge aus Ziegel und Mörtel geschlossen, um so das Mauerwerk vor weiter eindringendem Wasser schützen.

Kleine Ursache – enorme Wirkung

Die Kosten der Sanierung werden rund eine Millionen Euro betragen. Nach den Voruntersuchungen, die 2013 begonnen haben, erfolgt die Sanierung ab Sommer 2019 und wird vermutlich bis Ende 2020 dauern. In dieser fünfjährigen Beobachtungs- und Untersuchungszeit wurden die Rissbewegungen im Mauerwerk der beiden Türme, die chemischen und statischen Ursachen für die Schäden sowie die Mauerwerksfeuchtigkeit untersucht und analysiert. Alleine diese Untersuchungen kosteten rund 450.000 Euro. Die Erkenntnisse sind Grundlage für das Sanierungskonzept für die Türme.

Die Finanzierung wird durch Kirchensteuermittel des Kirchenkreises, Eigenmittel der Kirchengemeinde und weitere Fördergelder erfolgen. Jedoch benötigen wir weitere finanzielle Mittel, um die Schönheit von St. Marien als UNESCO-Welterbe auch weiterhin für viele Besucher Lübecks und zukünftige Generationen zu erhalten.